BRAUCHTUM UND CHRONIK

Brauchtum – frühes Narrentreiben

Fasnacht hat es in Bösingen schon in Urvätertagen gegeben.

Verbrieft und überliefert ist denn auch, dass sich schon vor Jahrzehnten bestimmte Vereine der Sache annahmen und intern ihre Feste aufzogen, meist in Form von Tanzabenden. Dabei gab es auch „Darbietungen“; je derber sich die Akteure dabei gaben, desto lauter toste der Beifall. Die Hauptsache war jedoch, dass man mit guten Freunden fröhlich beieinander saß. Es wurde gelacht und gesungen und natürlich auch getrunken, manchmal sogar einer über dem Durst.

Es waren also die Vereine, die einen Narrenumzug organisierten. An der Spitze marschierte dann, wie es sich gehört, die Musikkapelle mit flotten Märschen und führte alles, was maskiert und meist im Bajas mitziehen wollte, durch die Ortschaft.

1959 unternahmen erstmals wieder die Vereine, nach langem Zeitraum, den Versuch am Schmotzigen eine Fasnacht zu gestalten. Am Montag stieg dann der große Narrenumzug. Eine schmucke Reitergruppe, die Musikkapelle, der Narrensamen und Phantasiemasken und eine Anzahl „Rosenmontagswagen“ marschierten durch die Straßen. Beifall gab es für den trinkfesten Häfele-Club und für eine mächtige Kanone, die am laufenden Band Orangen verschoss.

Es war viel guter Wille, der die Veranstalter beseelte. Doch auch sie wurden es müde, jedes Jahr ihre Zeit, v i e l Zeit und Mühe zu opfern, um die Fasnacht für die anderen, die nichts taten, zu gestalten.

In den nächsten Jahren fanden dann auch keine Veranstaltungen mehr statt. Untergründig aber wirkte der Gedanke beim närrischen Teil der „Baisinger“ weiter. Er war nicht gestorben, er schlief nur und feierte dann 1969 mit der Gründung der „Speckmockelzunft“ eine glorreiche Auferstehung.

Die Speckmockelzunft Bösingen e.V. wurde am 27.09.1969  von 54 Bürgern gegründet.

 

Die Mitglieder des Gründungselferrates waren, von links:

Arnulf Stritt, Anton Müller, Josef Bantle, Franz  Bantle, Walter Bantle, Präsident

Rudolf Angst, Hermann Kopf, Albert Ohnmacht, Roland Stritt, Meinrad Stritt, Hermann Bek

24 Kleidle erhielten den feierlichen Narrenschlag Der Bösinger Narrenmarsch wurde von W. Pfeifle aus Schramberg komponiert, den Text verfasste Narrenvater Rudolf Angst auf die Melodie “Drunten am alten Brunnen” dichtete Rudolf Angst den Text des Speckwalzers Organisation des 1. Narrentreffens: Zum Narrenumzug am Sonntag waren die Narren aus den umliegenden Orten eingeladen. Der Einladung waren die Zünfte aus Epfendorf, Mariazell, Dunningen, Winzeln, Seedorf, Beffendorf, Aistaig, Hardt, Aichhalden und Irslingen gefolgt. Es wurden rund 2000 Zuschauer gezählt. Am Fasnetssonntag: Durchführung des Kinderumzuges und anschliessender Unterhaltung in der Turnhalle Am Fasnetsmontag: Durchführung eines allgemeinen Umzuges mit anschliessendem Narrentreiben in der Turnhalle und den örtlichen Lokalen Schon bereits ein Jahr nach der Gründungsversammlung hatte die Zunft 180 Mitglieder vorzuweisen

Einführung der Geld- und Getreidesammlung Gründung der ersten Prinzengarde Die Mitgliederzahl der Zunft ist auf 212 Personen angestiegen

Anschaffung einer neuen Elferratsuniform 

Einführung des Rentnerbesuches am Schmotzigen

Gemeinde überlässt Zunftstube der Speckmockelzunft, in vielen freiwilligen Stunden Arbeit wird der Raum renoviert.

Veranstaltung des ersten Geisterumzuges am 2. Februar, Herstellung der über 100 ersten Geister

Das zweite Narrentreffen in Bösingen fand vom 26. bis 29. Januar 1979 statt. Am Freitag begann man mit einem Tanzabend mit der Band Colorados. Am Samstag war dann ein Brauchtumsabend angesagt. Am Sonntag fand dann das große Narrentreffen statt. Bei diesem Narrentreffen nahmen insgesamt 29 Kapellen, 7 Fanfarenzüge und 36 Zünfte mit ca. 4000 Kleidlesträgern teil. Am Montag fand noch ein Kinderumzug statt, den man am Abend mit der Band Colorados ausklingen ließ. Trotz des schlechten Wetters war das Narrentreffen ein riesiger Erfolg.

Rücktritt des 1. Präsidenten Rudolf Angst, neuer Präsident: Bruno Müller erstmaliges Singen des Liedes: „an Speck g´hört uff da Disch“

Übergabe des 1. Präsidenten von Bruno Müller an Meinrad Stritt

Beteiligung am Kinderferienprogramm

Die Fasnet fällt offiziell aus wegen des Golf-Krieges

Bau des Geräteschuppens hinter dem Friedhof

Überreichung der Vereinschronik von 1969 bis 1990 von Bruno Polley

Gründung des Fördervereines

Vom 14. bis 17. Januar fand das 3. Narrentreffen in Bösingen statt. Auch diesmal waren wieder über 4.000 Kleidlesträger am Umzug beteiligt. Doch die Zuschauerzahl übertraf bei herrlichem Wetter alles bisher da gewesene. Man schätzt rund 12000 Besucher.

Umbau der Zunftstube

Meinrad Stritt übergibt den Präsidentenposten an Rolf Kammerer

Gründung der Kinder- und Jugendgarde

Anschaffung neuer Elferratsuniformen

Anschaffung neuer Zunftgardekleider

Zum 40-jährigen Jubiläum der Speckmockelzunft fand das 4. Narrentreffen vom 22. bis 24. Januar statt.

Am Freitag wurde das Narrentreffen mit dem Geisterumzug eröffnet. Es nahmen 35 Zünfte teil. Anschließend fand im großen Festzelt der Geisterball statt.         Am Samstag fand mittags der Kinderumzug statt. Am Abend folgte der Fackelumzug, bei dem 19 Zünfte teilnahmen. Danach waren im Festzelt Gardetänze zu sehen.

Am Sonntag fand schließlich der große Jubiläumsumzug mit 26 Zünften und ca. 3.500 Kleidlesträgern statt. Bei schönem Winterwetter übertrafen die Zuschauerzahlen alle Erwartungen.

           

           Elferrat 2010:

1. Reihe von links: Mathias Bantle, Peter Schumacher, Kassier Willi Pfeifer, 2. Präsident Günther Stritt, 1. Präsident Rolf Kammerer, Schriftführer: Herbert    Hezel, Joachim Kammerer, Günter Pawel, Frank Bantle          

2. Reihe von links: Kai Trüter, Rainer Hezel, Stefan Bantle (Zweier), Josef Stritt, Christian Fülles, Oliver Ohnmacht, Walter Bantle, Stefan Bantle (Musle), Bruno Bantle

          

            Zunftgarde 2010: Leitung Katja Hezel

          

            Jugendgarde 2010: Leitung Nicole Bantle, Anette Armbruster, Heidrun Pfeifer

             

               Kindergarde 2010: Leitung Katja Hezel

Erstmaliges Stellen eines Narrenbaumes am Schmotzigen durch den Angelverein Bösingen

Das Geisterhäs wurde überarbeitet und erhält ein neues Erscheinungsbild

Aufbau und Einweihung des Narrenbrunnens am 9.09.2012.

Schlüsselübergabe des Bürgermeisters am Schmotzigen

Rolf Kammerer gibt am 26.04.2014 sein Amt als 1. Präsident an Günther Stritt weiter und scheidet aus dem Elferrat aus.      

Matthias Bantle wird 2. Präsident.

Am 18.05.2014 findet die offizeille Verabschiedung statt und der Musikverein Harmonie unterhält im Anschluß mit einem Platzkonzert. Der Erlös ist für die neu angeschafften Musikeruniformen, die bereits an der Fasnet 2014 eingeweiht wurden.

Rolf Kammerer wird zum Ehrenpräsident ernannt.

Einführung des neuen Kinder- und Jugendgeistes

vom 01.02. – 3.02.2019 feiert die Speckmockelzunft ihr 50-jähriges Jubiläum. 

Festzeitung und  Flyer

1. Reihe von links: Schriftführer Christian Fülles, Präsident Günther Stritt, 2. Vorsitzender Matthias Bantle, Kassier Günter Pawel, 

2. Reihe von links: Benedikt Trik, Stefan Kammerer, Frank Bantle, Michael Rößler, Joachim Bantle, Tobias Feldmaier

3. Reihe von links: Peter Schumacher, Stefan Bantle (Zweier), Oliver Ohnmacht, Josef Stritt, Sebastian Ohnmacht, Stefan Bantle, Walter Bantle, Stefan Hezel

fehlende Elferräte: Christoph Heim, Daniel Mücke

Zunftgarde: Leitung Julia Keller

Jugendgarde: Leitung Sibylle Kammerer 

Kindergarde: Leitung Daniela Staiger

Mitgliederzahl: Die Speckmockelzunft zählt heute 518 Mitglieder und die Zahl steigt jährlich.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Fasnet 2021 bis auf sehr wenige Ausnahmen wegen Kontaktbeschränkungen abgesagt.

Für den Narrensamen wurde ein Malwettbewerb veranstaltet.

Die Rentner wurden mit Speck und Rotem Wurst Säckle kontaktlos überrascht

Ein Narrenbaum wurde gestellt und die Schlüsselübergabe wurde in Einsamkeit bzw. Zweisamkeit coronakonform abgehalten

Die Kleidlesbesitzer erhielten ihren Sprungbändel von den Elferräten ausgeteilt

Wer in den Wirtschaften am Fasnetssonntag und -montag ein Essen bestellte, wurde mit einer Speckbria aus dr Dos überrascht.