Stand 04.11.2018


Speckmockelzunft 

Bösingen e.V.

Brauchtum und Chronik


Brauchtum – frühes Narrentreiben


Fasnacht hat es in Bösingen schon in Urvätertagen gegeben.

Verbrieft und überliefert ist denn auch, dass sich schon vor Jahrzehnten bestimmte Vereine der Sache annahmen und intern ihre Feste aufzogen, meist in Form von Tanzabenden. Dabei gab es auch „Darbietungen“; je derber sich die Akteure dabei gaben, desto lauter toste der Beifall. Die Hauptsache war jedoch, dass man mit guten Freunden fröhlich beieinander saß. Es wurde gelacht und gesungen und natürlich auch getrunken, manchmal sogar einer über dem Durst.

Es waren also die Vereine, die einen Narrenumzug organisierten. An der Spitze marschierte dann, wie es sich gehört, die Musikkapelle mit flotten Märschen und führte alles, was maskiert und meist im Bajas mitziehen wollte, durch die Ortschaft.

1959 unternahmen erstmals wieder die Vereine, nach langem Zeitraum, den Versuch am Schmotzigen eine Fasnacht zu gestalten. Am Montag stieg dann der große Narrenumzug. Eine schmucke Reitergruppe, die Musikkapelle, der Narrensamen und Phantasiemasken und eine Anzahl „Rosenmontagswagen“ marschierten durch die Straßen. Beifall gab es für den trinkfesten Häfele-Club und für eine mächtige Kanone, die am laufenden Band Orangen verschoss.

Es war viel guter Wille, der die Veranstalter beseelte. Doch auch sie wurden es müde, jedes Jahr ihre Zeit, v i e l  Zeit und Mühe zu opfern, um die Fasnacht für die anderen, die nichts taten, zu gestalten.

In den nächsten Jahren fanden dann auch keine Veranstaltungen mehr statt. Untergründig aber wirkte der Gedanke beim närrischen Teil der „Baisinger“ weiter. Er war nicht gestorben, er schlief nur und feierte dann 1969 mit der Gründung der „Speckmockelzunft“ eine glorreiche Auferstehung.

 


Gründung

 

1969:  Gründung:
           Die Speckmockelzunft Bösingen e.V. wurde
am 27.09.1969  von 54 Bürgern gegründet.

       

                     

                   Die Mitglieder des Gründungselferrates waren, von links: 

                   Arnulf Stritt, Anton Müller, Josef Bantle, Franz  Bantle, Walter Bantle, Präsident

                   Rudolf Angst, Hermann Kopf, Albert Ohnmacht, Roland Stritt, Meinrad Stritt, Hermann Bek           

 

  

Chronik


1970:  24 Kleidle erhielten den feierlichen Narrenschlag

           Der Bösinger Narrenmarsch wurde von W. Pfeifle aus Schramberg komponiert, den Text verfasste

           Narrenvater Rudolf Angst

           auf die Melodie "Drunten am alten Brunnen" dichtete Rudolf Angst den Text des Speckwalzers

           Organisation des 1. Narrentreffens: Zum Narrenumzug am Sonntag waren die Narren aus den                                 

           umliegenden Orten eingeladen.

           Der Einladung waren die Zünfte aus Epfendorf, Mariazell, Dunningen, Winzeln, Seedorf, Beffendorf,                  

           Aistaig, Hardt, Aichhalden und Irslingen gefolgt.  Es wurden rund 2000 Zuschauer gezählt.

           Am Fasnetssonntag: Durchführung des Kinderumzuges und anschliessender Unterhaltung in der Turnhalle

           Am Fasnetsmontag: Durchführung eines allgemeinen Umzuges mit anschliessendem Narrentreiben in der  

           Turnhalle und den örtlichen Lokalen

           Schon bereits ein Jahr nach der Gründungsversammlung hatte die Zunft 180 Mitglieder vorzuweisen

   

1971:   Einführung der Geld- und Getreidesammlung 

           Gründung der ersten Prinzengarde

           Die Mitgliederzahl der Zunft ist auf 212 Personen angestiegen

 

1972:   Anschaffung einer neuen Elferratsuniform 


1974:   Einführung des Rentnerbesuches am Schmotzigen

 

1975:   Gemeinde überlässt Zunftstube der Speckmockelzunft, in vielen freiwilligen Stunden Arbeit wird der               

            Raum renoviert. 


1978:   Veranstaltung des ersten Geisterumzuges am 2. Februar, Herstellung der über 100 ersten Geister

 

1979:   Das zweite Narrentreffen in Bösingen fand vom 26. bis 29. Januar 1979 statt.

           Am Freitag begann man mit einem Tanzabend mit der Band Colorados. 

           Am Samstag war dann ein Brauchtumsabend angesagt.     

           Am Sonntag fand dann das große Narrentreffen statt. Bei diesem Narrentreffen nahmen insgesamt 29                

           Kapellen, 7 Fanfarenzüge und 36 Zünfte mit ca. 4000 Kleidlesträgern teil.

           Am Montag fand noch ein Kinderumzug statt, den man am Abend mit der Band Colorados ausklingen 

           ließ.

           Trotz des schlechten Wetters war das Narrentreffen ein riesiger Erfolg.

 

1981:   Rücktritt des 1. Präsidenten Rudolf Angst, neuer Präsident: Bruno Müller

           erstmaliges Singen des Liedes: „an Speck g´hört uff da Disch“ 

 

1985:   Übergabe des 1. Präsidenten von Bruno Müller an Meinrad Stritt

 

1989:   Beteiligung am Kinder-Ferienprogramm

 

1991:   Die Fasnet fällt offiziell aus wegen des Golf-Krieges

            Bau des Geräteschuppens hinter dem Friedhof 

 

1993:   Überreichung der Vereinschronik von 1969 bis 1990 von Bruno Polley

       

1993:   Gründung des Fördervereines

 

1994:   Vom 14. bis 17. Januar fand das 3. Narrentreffen in Bösingen statt. Auch diesmal waren wieder     

           über 4.000 Kleidlesträger am Umzug beteiligt. Doch die Zuschauerzahl übertraf bei herrlichem 

           Wetter alles bisher da gewesene. Man schätzt rund 12000 Besucher.

 

1996:   Umbau der Zunftstube

 

1997:   Meinrad Stritt übergibt den Präsidentenposten an Rolf Kammerer

 

2005:   Gründung der Kinder- und Jugendgarde

 

2006:   Anschaffung neuer Elferratsuniformen

 

2008:   Anschaffung neuer Zunftgardekleider

 

2010:   Zum 40-jährigen Jubiläum der Speckmockelzunft fand das 4. Narrentreffen vom 22. bis 24. Januar 

           statt.

           Am Freitag wurde das Narrentreffen mit dem Geisterumzug eröffnet. Es nahmen 35 Zünfte teil.                    

           Anschließend fand im großen Festzelt der Geisterball statt.

           Am Samstag fand mittags der Kinderumzug statt. Am Abend folgte der Fackelumzug, bei dem 19 

           Zünfte teilnahmen. Danach waren im Festzelt Gardetänze zu sehen.

           Am Sonntag fand schließlich der große Jubiläumsumzug mit 26 Zünften und ca. 3.500 

           Kleidlesträgern statt.

           Bei schönem Winterwetter übertrafen die Zuschauerzahlen alle Erwartungen.


           

           Elferrat 2010:

           1. Reihe von links: Mathias Bantle, Peter Schumacher, Kassier Willi Pfeifer, 2. Präsident Günther Stritt, 

                                     1. Präsident Rolf Kammerer, Schriftführer: Herbert Hezel, Joachim Kammerer, 

                                     Günter Pawel, Frank Bantle

           2. Reihe von links: Kai Trüter, Rainer Hezel, Stefan Bantle (Zweier), Josef Stritt, Christian Fülles, 

                                     Oliver Ohnmacht, Walter Bantle, Stefan Bantle (Musle), Bruno Bantle



          

            Zunftgarde 2010: Leitung Katja Hezel

          


            Jugendgarde 2010: Leitung Nicole Bantle, Anette Armbruster, Heidrun Pfeifer


             


               Kindergarde 2010: Leitung Katja Hezel


2011:   Erstmaliges Stellen eines Narrenbaumes am Schmotzigen durch den Angelverein Bösingen

           

2012:   Das Geisterhäs wurde überarbeitet und erhält ein neues Erscheinungsbild

 

2012:   Aufbau und Einweihung des Narrenbrunnens am 9.09.2012.


2014:   Schlüsselübergabe des Bürgermeisters am Schmotzigen 

            Rolf Kammerer gibt am 26.04.2014 sein Amt als 1. Präsident an Günther Stritt weiter und scheidet aus 

            dem Elferrat aus.      

            Matthias Bantle wird 2. Präsident.

            Am 18.05.2014 findet die offizeille Verabschiedung statt und der Musikverein Harmonie unterhält im 

            Anschluß mit einem Platzkonzert. Der Erlös ist für die neu angeschafften Musikeruniformen, die bereits an 

            der Fasnet 2014 eingeweiht wurden.

            Rolf Kammerer wird zum Ehrenpräsident ernannt.


Mitgliederzahl: Die Speckmockelzunft zählt heute 480 Mitglieder und die Zahl steigt jährlich.